Ich möchte einen Healing Space kreieren – nur wie?

Q&A: Ich möchte einen Healing Space kreieren – nur wie?

Eine kritische Auseinandersetzung mit „Community“ Gründungen

Es erreichen mich konstant Nachrichten von Menschen, die in sich den Wunsch verspüren, sich selbstständig zu machen. Allerdings haben die Menschen, über die ich heute sprechen möchte, einen ganz speziellen Wunsch: eine Begegnungsstätte für Heilung kreieren. Manche nennen es „Sie wollen eine Schule für spirituelle Lehren gründen“, manche benennen es mit „Raum für Yoga, Meditation, Workshops und Natur“, andere wiederum „Inspirationsquelle sein für ein bewussteres und naturverbundenes Leben“. Eins vereint diese Menschen: sie wünschen sich eine Community – und zwar am besten sofort.

Die Idee einer Healing Community ist wunderschön und edelmütig. Kolleginnen und Kollegen von mir sagen immer wieder, wie sehr uns coole Orte im deutschsprachigen Raum fehlen, an denen wir Retreats, Workshops und andere Events abhalten können. Ich bin mir sicher, dass es in Zukunft einzigartige Locations mit tollen Konzepten geben wird und die Zukunft die Integration verschiedener Ansätze von persönlicher Entwicklung sein wird.

Ich werde mich in diesem Artikel kritisch mit der Idee einer Gründung auseinander setzen. Nicht, um zu entmutigen, sondern um mehr Menschen bei der Navigation dieses Lebens zu unterstützen.

Alle, die einen Healing Space gründen und mich dabei um Rat gefragt haben, verfügen über kein oder kaum Einkommen, sind arbeitslos, permanent im Heilungs- und Transformationsprozess und suchen nach ihrer Lebensaufgabe. Was man jedoch braucht für einen physischen coolen Space im Wald oder in der Stadt sind ausreichend finanzielle Mittel – entweder für Miete, Instandhaltung, Renovierung/Ausbau, Mitarbeiter, Marketing und die eigene Lebenserhaltung. Man braucht dementsprechend ein Konzept, wie man Geld verdient. Dies scheint für viele eine große Hürde darzustellen, die einen scheinbar auf der Stelle stehen lässt. Deshalb möchte ich meine Perspektive dazu aufzeigen.

Für eine Community brauchst du zusätzlich zu den finanziellen Mitteln am allerwichtigsten Menschen, die ein Teil davon sein möchten. Dafür wiederum benötigst du ein „Proof of Concept“ – eine Legitimation und Glaubwürdigkeit, warum andere von dir lernen und ihre Zeit und Energie mit dir und deinem Projekt teilen sollten.

Eine Community ist eine große Verantwortung, denn je mehr Leute ein Teil deiner Lehren werden, desto mehr wird dein Wort auch an Wichtigkeit gewinnen. Ich habe allerdings erlebt, dass viele in Communities mit den Themen anderer Mitglieder überfordert sind, permanent getriggert sind und mit ihrer eigenen persönlichen Entwicklung nicht hinterherkommen. Stattdessen kümmern sie sich um andere und alle haben das Gefühl, sie kümmern sich, aber keiner ist so richtig glücklich und erfüllt. Somit ist man noch mehr dem Glauben verfallen, in der üblichen Gesellschaft keinen Platz zu haben.

Die Ideen sind oftmals noch nicht ausgereift, sondern lediglich Ideen und Konzepte, die aber noch nicht irdisch erprobt sind. Die spirituelle Verkörperung dessen, was gelehrt wird, fehlt oftmals. Sichtbar ist bei vielen gar nichts in Ordnung: Es fehlt an Geld, Partnerschaften gehen immer wieder auseinander, man trifft immer wieder auf Menschen, die es ja „einfach nicht gecheckt“ haben und möchte deshalb eine Community, bei der man endlich mal so sein kann, wie man wirklich ist.

Ich glaube allerdings an die Kraft der Resonanz: Wenn du Fülle manifestierst und Ideen wirklich in der Materie umsetzen kannst, dann hast du deine Schöpferkraft bewiesen. Wie im Innen, so im Außen. Das heißt, wenn im Außen alles schief läuft und immer der Wurm drin ist, dann kann es schlichtweg nicht sein, dass du selbst keine Themen damit hast. Der Schlüssel dazu, eine Inspirationsquelle für andere zu sein, ist also inwiefern du ein Leben lebst, indem du Kanal sein kannst für Inspirationen UND diese auch umsetzen kannst.

Bei allen, die ich bisher kennengelernt habe, die eine Community gründen wollen, ist jedoch keine Arbeitserfahrung im heilerischen Bereich geschehen und keiner findet so richtig seinen Platz. Somit scheint mir die Idee mit der Community eher eine Flucht aus dem Leben hinein in eine Parallelwelt gemeinsam mit anderen Menschen, die sich auch selbst bis jetzt ihrem Gefühl nach noch nicht selbst verwirklicht haben. Nur weil du eventuell gerade an einem Scheidepunkt in deinem Leben stehst: Gib nicht auf und wähle erstmal deinen individuellen Weg! Was ist für dich gut? Was möchte dein Herz?

Es gibt viele großartige Communities. Doch was die erfolgreichen Communities gemeinsam haben, sind Lehrer und Menschen dahinter, die über Jahre und Jahrzehnte besondere Konzepte immer wieder erst an Individuen, dann an Gruppen und dann an mehr Menschen erprobt haben. Damit hatten sie auch immer die Verbesserungs- und Anpassungsmöglichkeit. Denn je mehr Menschen du erreichst, umso größer deine Verantwortung und auch der energetische Raum, den du halten musst! Erstmal ist es wichtig, kleine Brötchen zu backen und sich einem organischen Prozess auszusetzen. Dann geschieht Wachstum automatisch.

Ich möchte euch dazu mein Weg in die Selbstständigkeit nennen. Ich habe mich direkt nach dem Studium selbstständig gemacht, hatte deshalb keinen Gründerzuschuss und habe nie einen Business Plan erstellt. Ich habe nie wirklich langfristig geplant und hatte nie eine besondere Strategie. Eher habe ich gesagt, dass ich mir ein Jahr lang Zeit nehme um meiner Intuition zu folgen. Als die Kristalle in mein Leben traten habe ich jeden Tag mit ihnen meditiert und gespürt, welche Schritte als nächstes getätigt werden wollen. Ich habe immer wieder Visionen aufgezeichnet, in denen stand, wie das größere Bild aussehen würde. Dann habe ich die Schritte getätigt, die ich meiner Meinung nach tun musste, um dorthin zu gelangen. Darum ist die Kristallmeditation für mich ein Schlüssel zur Selbstfindung. Alles hat sich dann „von allein ergeben“. Ich glaube, wenn du gut bist in dem was du machst, kommen die Menschen automatisch. Allerdings muss man viel Vertrauen haben und eine Kämpfernatur sein – ein Steh-auf-Männchen! Für mich war die größte Herausforderung der Grat zwischen Authentizität, Privatsphäre und der Sprache, die ich benutze. Je mehr Menschen ich erreiche, umso wichtiger wird die Art der Kommunikation.

So wird es für jeden Themen geben, die wachsen, reifen und auch in einem heilen wollen, bevor man mit vielen Menschen arbeitet. Außerdem ist es wichtig, damit du andere Menschen wirklich inspirieren kannst, sie nicht von deiner Community abhängig zu machen, weil sie sonst gar nicht wissen, wohin mit sich, sondern im Gegenteil, sie stärken, damit sie ihren eigenen Weg gehen können. Und wie willst du sie stärken, wenn du dich selbst in diesem Leben nicht navigieren kannst?

Deshalb ist mein Rat an dich, wenn du dich hilflos, nicht zugehörig fühlst und dich stark nach deinem Tribe sehnst:

  1. Erstmal ist es mir wichtig dir zu sagen: Du bist nicht alleine! Es gibt so so viele von uns, die sich nach einem anderen Leben sehnen und für eine neue Form der Gesellschaft einstehen. Wir sind kurz vor einem großen Wandel und du kannst dich riesig freuen, ein Teil davon zu sein.
  2. Jeder Mensch trägt einen einzigartigen Code – eine individuelle energetische Signatur – in sich, die ausgelebt werden möchte. Es ist nicht wichtig, ob du diese Signatur genau kennst, sondern nur, dass du dem Leben vertraust. Du bist aus einem ganz bestimmten Grund hier und erkennst dich – Step by Step. Vertraue diesem Weg, deinem ganz persönlichen Weg, und setze einen Fuß vor den nächsten. Stehe morgens auf mit dem Wunsch zu wirken und heute etwas zu erschaffen. Trainiere es, Kanal zu sein und den hohen kosmischen Plan durch dich wirken zu lassen.
  3. Jeder Mensch ist permanent im Prozess und im Wandel. Jedoch solltest du davon nicht jeden Tag bestimmen lassen, denn dann kannst du nie anfangen, etwas zu bewirken. Du kannst es dir auch so vorstellen, dass dann permanent Ablenkung vorherrscht und deine Unsicherheit damit noch verstärkt wird. Erst wenn du physisch konkret etwas bewirkst, wirst du sehen, wohin die Richtig geht und auch Anpassungen vornehmen können. Wenn du immer nur darüber nachdenkst, fängt das Herz an zu blockieren und du fühlst dich noch unwohler.
  4. Das Universum befeuert alles, was dem höchsten Wohl entspricht. Wenn du den ersten Schritt machst, kommt das Universum dir hundertfach entgegen und alle möglichen Synchronizitäten entstehen.
  5. Glaube an Fülle, deinen Reichtum, Segen, die unendlichen Möglichkeiten und das Licht und die Stärke deiner Seele! You were born for this! Du kannst dieses Leben meistern! Wenn du dieses Potenzial nicht hättest, hättest du dich nicht hier inkarniert. Was befindet sich gerade als Möglichkeit direkt vor deiner Tür?
  6. Schau, was dir gut tut: Rückzug um deiner inneren Stimme besser zu lauschen? Oder eher der Austausch mit anderen? Vielleicht ein Retreat oder eine Reise allein? Achte auf dein Umfeld, weil es dich extrem (unbewusst und bewusst) beeinflusst.
  7. Ausbildungen und Studium empfinde ich persönlich als extrem hilfreich um mehr Orientierung zu bekommen und auch Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. Du weißt nie, was sich daraus ergibt. Außerdem war für mich der Weg bis zum Masterstudium extrem wichtig um auch an mich zu glauben und zu wissen, was ich trotz aller Hürden meistern kann. Man wächst mit den Aufgaben.

Die Zukunft ist definitiv Ko-Kreation – das gemeinschaftliche Erschaffen. Du musst nicht alles alleine machen. Wenn du eine tolle Expertise hast, kannst du dich mit jemand anderem für bestimmte Projekte zusammen tun. Communities werden daher automatisch immer entstehen. Aber dies ist erst der Schritt, wenn die Selbstentfaltung vorher schon stattgefunden hat.

Es gibt natürlich immer die Möglichkeit, soziale oder umweltbasierte Projekte ins Leben zu rufen und diese von regionalen oder EU Fonds fördern zu lassen. Aber auch dies wird nur möglich sein, wenn ihr ein Alleinstellungsmerkmal aufweist und das Bewerbungsprozedere bewerkstelligt. Handeln muss man somit immer! Dies ist lediglich eine Form des Energielenkens und des Fokus! Dafür sind wir Mensch, dafür sind wir hier! Und wenn was nicht so klappt, wie wir es uns vorstellen, ergibt sich normalerweise daraus immer etwas noch viel besseres. Das Universum will niemandem schaden!

Einen letzten wichtigen Punkt gibt es noch: Wir befinden uns in einem System, das wir nicht mehr wollen, ja. Es bringt aber auch nichts, immer wieder zu sagen, wie schwierig alles ist.  Es gibt in allen beruflichen Sparten Menschen, die du berühren kannst und vielleicht ergeben sich ausgerechnet beim „Feind“ die Freundschaften und spannenden Begegnungen. Solange es ein „the other“: „Die anderen sind so und so“ gibt und deshalb will ich kein Teil davon sein!“ – erschaffst du Trennung, in Dir und im Außen! Das neue Bewusstsein ist jedoch Einheit und die Erschaffung von Integration – zunächst in Dir und dann im Außen.